Tagung: Die NS-Gesellschaft als „Volksgemeinschaft“? Inszenierungen, soziale Praxis und Handlungsspielräume in Hameln, 18.–20. Juni 2026

Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und der Dokumentations- und Lernort Bückeberg laden Sie herzlich zur Teilnahme an unserer Tagung „Die NS-Gesellschaft als ‚Volksgemeinschaft‘? Inszenierungen, soziale Praxis und Handlungsspielräume“ ein, die wir in Kooperation mit dem Institut für Didaktik der Demokratie der Leibniz Universität Hannover veranstalten. Die Tagung findet vom 18. bis 20. Juni im Zedita in Hameln statt.

Über die Tagung

Die Tagung richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen niedersächsischer Gedenkstätten und Erinnerungsorte sowie Geschichtsinitiativen, Forscher*innen, Studierende und Schüler*innen aus Niedersachsen.

Sie untersucht die NS-Gesellschaft und beleuchtet Prozesse, die hinter dem ideologisch aufgeladenen Begriff der „Volksgemeinschaft“ standen. Obwohl dieser Begriff selbst unscharf blieb, wurde er als Utopie einer idealen Gesellschaft propagiert. Das NS-Regime versuchte, diese Utopie durch die propagandistische und gewaltförmige Einbindung aller Gesellschaftsgruppen, durch die Gleichschaltung der Medien sowie durch politische und wirtschaftliche Maßnahmen umzusetzen. Zugleich führte dies zu einer sich stetig radikalisierenden Ausgrenzung all jener, die nicht zur imaginierten Gemeinschaft gehörten. 

In ganz Deutschland und nicht zuletzt im Gebiet des heutigen Niedersachsen entstanden zahlreiche Räume oder Schauplätze der propagandistischen Inszenierung der „Volksgemeinschaft“. Bestehende historische Orte und regionale Narrative wurden ideologisch überformt. Anhand konkreter Beispiele werden auf der Tagung propagandistische Inszenierungen des NS-Regimes dekonstruiert und das Spektrum möglicher Verhaltensweisen der lokalen Bevölkerung zwischen Zustimmung, Mitmachen, Distanzierung und Verweigerung aufgezeigt. Dadurch werden Handlungsspielräume von Individuen und Gruppen, von Einrichtungen und Organisationen sichtbar, die den Alltag im nationalsozialistischen Deutschland prägten. 

Das Themenfeld war in den vergangenen zwei Jahrzehnten Gegenstand intensiver Forschung. Die Tagung nimmt die mit dem Begriff der „Volksgemeinschaft“ verbundenen Debatten in der Rückschau einordnen und zum Anlass, eine kritische Bestandsaufnahme neuerer Forschung zur Gesellschaftsgeschichte des Nationalsozialismus vorzunehmen. Daraus werden zugleich Perspektiven für die historisch-politische Bildung entwickelt. Das Tagungsprogramm umfasst Vorträge, Workshops, eine Podiumsdiskussion und Exkursionen.

Information für Studierende: Bei Interesse an einzelnen Vorträgen und Workshops an der Tagung kann sich gerne noch bei Aljoscha Napp per Mail angemeldet werden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

Tagungsort: zedita, Bahnhofsplatz 19, 31785 Hameln

 

Weiterführende Links:

Tagung „Demokratie.Bildung.Erinnerung.“ vom 28.05.-29.05.2026

Tagung zum 5-jährigen Bestehen vom ZeitZentrum Zivilcourage in Kooperation mit dem Institut für Didaktik der Demokratie, Leibniz Universität Hannover und dem Lehr- und Forschungsschwerpunkt Erinnerungskulturen und Bildung, Universität Hildesheim

Auftrag und Herausforderung für eine zeitgemäße historisch-politische Bildung

Demokratiebildung hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem zentralen Begriff in pädagogischen wie politischen Debatten entwickelt. Dabei bleibt er vage und scheint konzeptuell kaum konturiert. Zugleich rückt angesichts zunehmender Demokratie- und Menschenfeindlichkeit in Deutschland sowie weltweit die Bedeutung von Bildung für Demokratie zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. Und so werden Orte historisch-politischer Bildung wie auch Gedenkstätten verstärkt dazu aufgefordert, mit ihren Angeboten explizit Demokratiebildung umzusetzen.

Doch was ist Demokratiebildung? Handelt es sich um einen Trend-Begriff oder kann mit ihm aktuellen und neuen Herausforderungen zielführender pädagogisch begegnet werden? Welche Ziele, Konzepte und Aufgaben, aber auch welche Herausforderungen und Kontroversen sind mit Demokratiebildung verbunden? Wer sind die Akteur*innen der Demokratiebildung? Und wie stehen der Anspruch von Demokratiebildung und historisch-politischer Bildung zueinander?

Diese Fragen wollen wir im Rahmen der Tagung diskutieren. Dabei werden verschiedenen Dimensionen von Ungleichheit wie Rassismus, Antisemitismus, Anti-Feminismus und Queerfeindlichkeit sowie Ableismus ebenso wie aktuelle Herausforderungen von Rechtsradikalismus und Möglichkeiten der Digitalisierung im Zentrum stehen und sowohl bezogen auf die aktuellen wissenschaftlichen Debatten wie auch anhand von praktischen Projekten aus der Bildungsarbeit diskutiert.

 

Anmeldung bis 08. Mai 2026 per Mail an: veranstaltungen-z@hannover-stadt.de

Termine: 28.05.2026 bis 29.05.2026 ab 12:00 Uhr

Tagungsort: ZeitZentrum Zivilcourage
Theodor-Lessing-Platz 1a
30159 Hannover

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt.

Weitere Informationen (Ankündigung, Programmflyer, etc.) sind hier einsehbar.

Online-Vortragreihe „Kindheit, Gewalt & Krieg“ beginnt am 17. Oktober 2025

Die Vortragsreihe widmet sich aktuellen Forschungen zu den Auswirkungen von Kriegen und Gewalt auf das Leben von Kindern – von vergangenen Kriegszeiten bis zu gegenwärtigen Konflikten. Im Zentrum stehen auch die Handlungsräume, die sich junge Menschen abhängig von geopolitischen, sozialen, kulturellen und situativen Kontexten erschließen konnten. Einige dokumentierten ihre Erfahrungen und ermöglichten so einen unmittelbaren Einblick in die Realität von Krieg und Gewalt.

Ziel der Vortragsreihe ist es, aufzuzeigen, dass der Blick auf Kinder neue und erkenntnisreiche Perspektiven auf zentrale historische und gesellschaftspolitische Fragestellungen eröffnet.

Die Vortragsreihe wird von Wiebke Hiemesch und Lukas Schretter organisiert und moderiert. Sie findet online statt und richtet sich an Forschende, Studierende sowie eine interessierte Öffentlichkeit. Die Idee entstand in der Arbeitsgruppe „Kindheit, Gewalt und Krieg“ im Rahmen des Arbeitskreises „Kindheitsgeschichte“, organisiert von Lena Jur, Friederike Kind-Kovács, Julia Reus, Susanne Quitmann und Martina Winkler, im November 2024.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Den Zugangslink finden Sie im Flyer.

Der Vortrag am 27. Februar 2026, 11:30 – 12:30 Uhr von Jonas Klein entfällt.

Studierendenprojekt zur Neugestaltung des „Tempelhauses“ am Hildesheimer Marktplatz

Johanna Schneider und Sophie-Charlotte Junker, Teilnehmerinnen des Seminars Orte der Erinnerung an der Universität Hildesheim unter der Leitung von Dr. Tatjana Freytag, haben sich im Rahmen ihrer Seminararbeit intensiv mit Erinnerungsorten und Symbolen aus der NS-Zeit in der Region Hildesheim auseinandergesetzt. Besonders im Fokus stand das sog. „Tempelhaus“ am Hildesheimer Marktplatz, dessen Fassade historische Wappen zieren – darunter das der Einbecker Familie Raven. Dieses enthält ein Hakenkreuz, ein ursprünglich altes Symbol, das durch den Nationalsozialismus mit Krieg und Verbrechen belastet wurde.

Angesichts der historischen und öffentlichen Bedeutung des Gebäudes nahmen die beiden Studierenden Kontakt mit der lokalen Denkmalpflege auf, um über einen angemessenen Umgang mit diesen Symbolen zu diskutieren. Ihr Ziel ist es, eine historisch korrekte Einordnung sicherzustellen und gleichzeitig einen sensiblen Umgang im öffentlichen Raum zu ermöglichen.

Dafür erarbeiteten sie erste Vorschläge, darunter:

  • die Entfernung oder Kontextualisierung der Symbole,
  • die Ergänzung oder Neugestaltung von Informationstafeln an verschiedenen Orten.

Zudem stellten sie fest, dass bislang keine umfassende Aufarbeitung der historischen Ereignisse rund um den Marktplatz existiert – insbesondere im Hinblick auf die Massenhinrichtungen italienischer Zwangsarbeiter im März 1945. Abgesehen von einer kleinen Informationstafel auf der Rückseite des Marktplatzes gibt es hierzu kaum öffentliche Hinweise.

Weitere Details zu den konkreten Vorschlägen sind in der folgenden Präsentation zu finden:

https://sync.academiccloud.de/index.php/s/fLIUTYHR37o6vO1

Autor: Aljoscha Napp
Foto: Johanna Schneider und Sophie-Charlotte Junker

Seminarkooperation mit Zeitzentrum Zivilcourage Hannover – Ortsbox „Bücherverbrennung“

“Von allen Welten, die der Mensch geschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste” – Heinrich Heine

Im Rahmen des Seminars “Orte der Erinnerung” bei Dr. Tatjana Freytag und in Zusammenarbeit mit dem ZeitZentrum Zivilcourage durfte ich eine Ortsbox zum Thema der Bücherverbrennung mit Schwerpunkt Hannover gestalten. Dies war eine tolle Möglichkeit, um das theoretische Wissen aus dem Seminar direkt in die Praxis umzusetzen. Insbesondere in Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks sind Bildungsorte wie das ZeitZentrum Zivilcourage wichtig und ich habe mich sehr gefreut, auf diesem Wege einen Beitrag im Bereich der Erinnerungs- und Bildungsarbeit leisten zu können. 

Einen Teil des Inhalts kann unter folgendem Link eingesehen werden:

https://sync.academiccloud.de/index.php/s/pwRH8rzxtL9zK6K

Autorin: Johanna Conrad
Foto: Zeitzentrum Zivilcourage

Erinnerung bewahren: Ein Denkmal für das ehemalige Zwangsarbeiterlager Lademühle

Wir, eine Gruppe von Masterstudierenden der Universität Hildesheim aus den Bereichen Erziehungswissenschaft sowie Sozial- und Organisationspädagogik, haben uns im Rahmen unseres Seminars Orte der Erinnerung mit der Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Hildesheim auseinandergesetzt. Besonders ein Ort hat unsere Aufmerksamkeit erregt: die Lademühle.

Zwischen 1942 und 1945 befand sich hier das größte Zwangsarbeiterlager der Stadt. Rund 2.000 Menschen, darunter auch Kinder, wurden unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen. Heute ist dieser Ort weitgehend in Vergessenheit geraten. Es gibt keine Gedenktafel, keine sichtbare Erinnerung – nur eine kurze Erwähnung auf dem Nordfriedhof. Stattdessen ist das Gelände heute als Volksfestplatz bekannt und wird für Schützenfeste, Flohmärkte und Zirkusveranstaltungen genutzt. Dass dort zudem eine Geflüchtetenunterkunft errichtet wurde, ohne die historische Bedeutung des Ortes aufzuarbeiten, wirft Fragen auf.

Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen sehen wir es als unsere Verantwortung, diesen Teil der Hildesheimer Geschichte wieder ins Bewusstsein zu rücken. Unser Ziel: Die Errichtung einer Gedenktafel am Volksfestplatz, dem ehemaligen Lagergelände. Ergänzt durch einen QR-Code mit weiterführenden Informationen und Audioaufnahmen soll die Erinnerung lebendig gehalten werden.

Unsere Entwürfe für eine solche Gedenktafel sowie weitere Informationen finden Sie hier:

Entwurf Gedenktafel

Autor*innen: Franziska Meyer, Thivya Thiravianathan, Sina Espert und Ida Siebenhaar
Foto: Shukov, V. (2000). Häftlinge aus “Lademühle”. Ein russischer Zwangsarbeiter in Hildesheim 1943-1945. Die Erinnerungen von Dr. Valentin Shukov (S. 7). Hildesheim: Hildesheimer Geschichtswerkstatt e.V.

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2019 collection

Let’s face it, no look is really complete without the right finishes. Not to the best of standards, anyway (just tellin’ it like it is, babe). Upgrading your shoe game. Platforms, stilettos, wedges, mules, boots—stretch those legs next time you head out, then rock sliders, sneakers, and flats when it’s time to chill.