Sound in the silence 2021 – Anmeldung für Studierende jetzt möglich

Vom 06.-16.10.2021, also bereits vor dem Beginn der Vorlesungszeit, haben Studierende der Universität Hildesheim die einmalige Gelegenheit am Projekt Sound in the Silence teilzunehmen, dass in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück durchgeführt wird.

Bei dem zehntägigen Projekt, dass in diesem Jahr digital durchgeführt wird, sind, neben der Teilhabe an Formaten kultureller Bildung und pädagogischen Workshops, auch Gespräche mit Überlebenden aus dem Konzentrationslager Ravensbrück, ein zentraler Bestandteil in der Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte des Ortes. Wir führen Sie am 05.10. inhaltlich ein und stellen Ihnen alle weiteren organisatorischen Informationen vor. Sie können sich im LSF unter der Veranstaltungsnummer 0422 anmelden, das Seminar ist mit 15 Plätzen begrenzt und auch für Bachelorstudierende geöffnet. Bei Fragen bezüglich einer möglichen Anrechung oder einer Vernüpfung mit Abschlussarbeiten sprechen Sie uns einfach an.

Ansprechpersonen: Tatjana Freytag & Aljoscha Napp

Zweiter projektspezifischer DFG-Workshop „Paradoxe Bildung – Widerstand – Überleben“ zu Kinderzeichnungen aus Lagern in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Wie können Kinderzeichnungen aus den nationalsozialistischen Zwangslagern für kindheits- und bildungshistorische Fragen ausgewertet werden? Was lässt sich über das Erleben von Kindern sowie die Möglichkeiten und die Bedeutung zeichnerischen Schaffens im Lager sagen? Welche Potenziale und Grenzen sind mit dieser Quellengattung verbunden? Welche Relevanz hat die Unterscheidung zwischen Kinderzeichnungen und Zeichnungen von Erwachsenen?

Diesen Fragen widmen sich drei projektspezifische Workshops in dem von der Deutschen Forschungsgesellschaft geförderten Projekt „Paradoxe Bildung – Widerstand – Überleben“. Die Workshops finden in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück statt. Nach dem digitalen Auftakt im März trafen sich am 15. und 16. Juli etwa 20 Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Großbritannien und Polen in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Die Expert*innen verschiedener Disziplinen – Erziehungswissenschaft, Kunstgeschichte, Kunstpädagogik, Literaturwissenschaft, Politologie, Psychologie/Psychotherapie, Restaurierung und Soziologie – sichteten über 50 Zeichnungen im Original, die ein vierzehnjähriges polnisches Mädchen im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück angefertigte. Diese Zeichnungen stehen im Zentrum der drei Workshops.

Eröffnet wurde der Workshop durch Andrea Genest, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (MGR), sowie Meike Sophia Baader und Wiebke Hiemesch (Hildesheim) vom Projekt „Paradoxe Bildung“. In einem Rundgang über das ehemalige Lagergelände des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück sensibilisierte Matthias Heyl, Leiter der pädagogischen Dienste der MGR, für die Geschichte des Ortes. Diskutiert wurden zudem ein sich wandelndes Gedenken und umkämpfte Erinnerungskulturen und Gedächtnispolitiken in Ravensbrück. Geleitet durch Sabine Arendt, Leiterin der Museologischen Dienste der MGR, sichteten die Wissenschaftler*innen die Zeichnungen des Mädchens im Original. Ruth Keller (Berlin) schärfte den Blick für die Erforschung und Erhaltung des Papiers als organisches Material und seine Bedeutung als selbstreflexiven Raum. Ein Abendvortrag von Bożena Chołuj (Frankfurt/Warschau) beleuchtete die Geschichte der Frauenbildung in Polen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts. Besonders ging sie auf die „Fliegenden Universitäten“ als tradierte Form emanzipatorischer Bildung für Mädchen und Frauen ein, an die in unterschiedlichen Zeiten der Besatzung und Unterdrückung in Polen sowohl für männliche wie weibliche Lernende angeschlossen wurde.

Der folgende Tag eröffnete mit einem Vortrag von Micha Brumlik (Frankfurt/Berlin) zu Transnationalen Erinnerungskulturen und aktuellen Deutungskämpfen. Unter der Frage „Historikerstreit 2.0?“ skizzierte er die Kontroversen um postkoloniale Kritik im deutschsprachigen Erinnerungsdiskurs. Am Beispiel der 1920 in Lwowie geborenen Elżbieta Nadel sprach Astrid Schmetterling (London) über Kunst, Trauma und Zeugenschaft. Elżbieta Nadel zeichnete 1942 im Lemberger Ghetto eine Serie von 18 Zeichnungen unter dem Titel Obrazki domowe“ [Images from Home], bei der sie auch Ironie und Humor nutzte.Christiane Heß (MGR) gab anschließend einen Einblick in ihre Forschungen zu Lager-Zeichnungen aus Neuengamme und Ravensbrück und öffnete den Blick auf die Vielfalt visueller Materialien. Im Mittelpunkt standen Zeichnungen von Erwachsenen, deren Motive und Techniken als Referenz für die Betrachtung der Kinderzeichnungen aus Ravensbrück dienen könnten. Als eine ebenso wertvolle Vergleichsfolie können die Kinder-Zeichnungen aus der Kunstsammlung der Gedenkstätte Buchenwald dienen. Eva Falldorf und Mackenzie Lake (Jena) gaben Einblicke in die Bestände aus kunstgeschichtlicher wie bildungspraktischer Perspektive im Kontext von Holocaust Education. Sie nahmen dabei vor allem Bezug auf Maria Brzęcka Kosk, die ebenfalls als junges Mädchen aus Polen verschleppt wurde und im Lager zeichnete, sowie auf Thomas Geve, der kurz nach der Befreiung von Buchenwald die Verbrechen zeichnerisch dokumentierte.

Diskutantinnen des Workshops in Ravensbrück waren über die genannten Beteiligten hinaus Ulrike Mietzner, Ulrike Pilarczyk, Bettina Uhlig, Sybille Rothkegel und Barbara Wittmann.

Im September wird die Workshop-Reihe digital fortgeführt. Im Mittelpunkt steht dann die Frage, inwiefern sich unterschiedliche Auswertungsmethoden für visuelles Material im Allgemeinen und (Kinder-)Zeichnungen im Besonderen für die Analyse der Extrembedingung Lager eignen. Wo ergänzen sich bestehende Zugänge aus unterschiedlichen Disziplinen und wo besteht Entwicklungspotenzial zur Auswertung von Kinderzeichnung? Welche Fragen werfen die Zeichnungen auf und was fällt an Ihnen auf?  

Teamer*innensuche im Zeitzentrum Zivilcourage Hannover

Der neue außerschulische Lernort „ZeitZentrum Zivilcourage“ vermittelt die Geschichte der Stadtgesellschaft
Hannovers im Nationalsozialismus zwischen Verfolgung, Widerstand und Täterschaft. Er regt zu einer
kritischen Auseinandersetzung mit Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten im Sinne eines
zivilcouragierten Zusammenlebens in einer Demokratie an. Die pädagogische Arbeit zeichnet sich durch ein
biografisch-exemplarisches Vermittlungskonzept aus, das den Besucherinnen entdeckendes Lernen mit Gegenwartsbezug ermöglicht. Bis zum 30.09.2022 soll mit verschiedenen – auch inklusiven – Angeboten Erfahrungen gesammelt und diese evaluiert werden.

Die Tätigkeit als Teamer*in bietet die Chance, die Entwicklung der Vermittlungsarbeit in einem neuartigen außerschulischen Lernort aktiv mitzugestalten.
In Zusammenarbeit mit dem multidisziplinären Team des ZeitZentrum Zivilcourage werden durch die Teamer*innen (auf der Basis der Grundkonzeption für diese Einrichtung) modulare und interaktive Workshop zur Geschichte ausgewählter Personen während der Zeit des Nationalsozialismus in Hannover sowie themenspezifische Workshops mit verschiedenen jugendlichen Lerngruppen durchgeführt und schrittweise
ausgebaut.

Zu den Aufgaben der Teamerinnen gehören:

  • Durchführung und Nachbereiten von zielgruppenspezifischen pädagogischen Formaten für jugendliche Besucherinnengruppen gemäß der pädagogisch-didaktischen Grundsätze und Leitlinien des
    ZeitZentrums Zivilcourage.
  • Erstellen und Anpassen von pädagogischen Materialien und medienpädagogischen Formaten.
  • Mitarbeit an der laufenden Qualitätsentwicklung, z.B. über Hospitationen und Feedback.
  • Beratung und Begleitung von Individual- und Gruppenbesucher*innen während der öffentlichen
  • Besuchszeiten im ZeitZentrum Zivilcourage einschließlich organisatorischer Zusammenhangstätigkeiten.

Weitere Informationen und Hintergründe zur Bewerbung finden Sie hier:

Filmpremiere „ASOZIAL“ am 07.07.21

Am 07.07.21 um 20:00 Uhr findet die Uraufführung des Filmprojektes „ASOZIAL“ per Zoom statt, welches von unseren Kooperationspartner*innen der KZ-Gedenkstätte Moringen in Zusammenarbeit mit dem Apex Kultur e.V. und „Stille Hunde“ Theaterproduktionen entstanden ist. Der Film ASOZIAL betritt Neuland: Eine Spielhandlung wird von Expert:innen Interviews zur Bedeutung des Begriffs Asozial unterbrochen. Die Auseinandersetzung im Film erfolgt an Geschichte und Gegenwart unterschiedlicher totaler Institutionen, die über einen Zeitraum von bald 300 Jahren in der Stadt Moringen angesiedelt waren bzw. sind, darunter auch das Jugend-KZ Moringen. Die Gesprächspartner:innen im Film sind der medizinische Direktor des Maßregelvollzugszentrums, Dr. Dirk Hesse, eine psychologische Mitarbeiterin der Einrichtung, Christa Zieker, die Bürgermeisterin der Stadt Moringen, Heike Müller-Otte, und der Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen, Dr. Dietmar Sedlaczek. Mit der Spielhandlung im Milieu einer Gruppe heutiger Jugendlicher in Moringen gelingt es, die Problematik des auf Diffamierung und Exklusion ausgerichteten Begriffs „asozial“ zu zeigen. In seiner inhaltlichen Auseinandersetzung ist der Film anspruchsvoll und informativ und zugleich unterhaltend. Dazu tragen nicht zuletzt die Leistung der Schauspieler:innen aus der Region sowie die Professionalität des Films bei.

Bei Interesse melden Sie sich unter info@gedenktstätte-moringen.de oder bei uns, unter ekub@uni-hildesheim.de, an und Sie erhalten die entsprechenden Zoomdaten.

Kompaktseminar | Exkursion „Silence is no longer here because of us“ vom 06.-15.10.21

Vom 06.10. bis zum 15.10.2021 findet die diesjährige Veranstaltung Sound in the Silence / Silence is no longer here because of us als digitales Kompaktseminar und Exkursion per Zoom statt. Zusammen mit anderen kooperierenden Hochschulen, haben wir die Möglichkeit mit 15 Studierenden teilzunehmen. Wenn der reguläre Anmeldezeitraum für das Wintersemester 21/22 im LSF beginnt, können sich interessierte Studierende hierfür im LSF anmelden, um daran teilzunehmen. Bei dem Projekt steht die Gestaltung beziehungsweise die aktive Teilhabe an neuen Formaten zur kulturellen Bildung innerhalb erinnerungskultureller Praxen im Vordergrund, weitere Informationen zu Sound in the Silence finden Sie hier finden oder in einem unserer anderen Beiträge hier auf der Homepage.

Eine andere Form der Partizipation wäre, das Projekt wissenschaftlich in Form von Abschlussarbeiten zu begleiten. Dies würde bedeuten, dass Sie mit uns im Vorfeld der Veranstaltung über Ihren Forschungsfokus sprechen und wir Sie bei der Auswahl möglicher Methoden zur Prozessbeobachtung- bzw. begleitung beraten. Sie wären dann keine Teilnehmende des Seminars, bekämen aber die Möglichkeit, während der Exkursion mit den Teilnehmenden und den Verantwortlichen (Künstler*innen, Projektleiter*innen, Überlebenden) für Ihre Vorhaben in Kontakt zu treten.

In beiden Fällen würden wir Sie bitten, sich bei Interesse bei uns zu melden, sodass wir rechtzeitig den Ablauf planen können.

Ansprechpersonen: Tatjana Freytag, Aljoscha Napp

Ravensbrücker Kolloquium zum Thema „Emotionen in der Gedenkstättenarbeit“

Das  Ravensbrücker Kolloquium zum Thema „Emotionen in der Gedenkstättenarbeit“ findet am Mittwoch, den 16. Juni 2021, von 9 bis 12:30 Uhr, auf Zoom statt. Dieses Kolloquium steht im Zusammenhang mit dem Projekt „Silence is no longer here because of us“.
Auf dem Programm steht die Vorstellung und Diskussion zweier Masterarbeiten:

  • Jonas Ludwig Bartholomé:
    Der Zusammenhang von Emotionen und Indoktrination im Historischen Lernen. (Greifswald 2021)
  • Rosa Zylka:
    Kunst als emotionale Praxis und Bestandteil historisch-politischer Bildung an KZ-Gedenkstätten. Eine Evaluation des Erinnerungprojekts „‚Ravensbrücker Generationenforum‘ meets ‚Sound in the Silence'“ an der Mahn-und Gedenkstätte Ravensbrück. (Frankfurt/O. 2021)

Moderation: Ljiljana Heise und Matthias Heyl

Anmeldung und weitere Informationen hier oder unter ekub@uni-hildesheim.de.

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2019 collection

Let’s face it, no look is really complete without the right finishes. Not to the best of standards, anyway (just tellin’ it like it is, babe). Upgrading your shoe game. Platforms, stilettos, wedges, mules, boots—stretch those legs next time you head out, then rock sliders, sneakers, and flats when it’s time to chill.