Seminarbericht: Methoden kultureller Bildung aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive

Ursprünglich im Sommersemester 2020 als Exkursion geplant, konnte die erste Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie vorgesehen stattfinden, weshalb die Veranstaltung von Tatjana Freytag und Aljoscha Napp vom 29.-31.01.2021 digital durchgeführt wurde. Ein Ziel des Seminares war es, erziehungswissenschaftliche Fragen zu entwickeln, um diese an verschiedene Künstler_innen aus dem Projekt Silence is no longer here because of us zu richten. Bei dem Projekt steht die Gestaltung und die aktive Teilhabe an neuen Formaten zur kulturellen Bildung innerhalb erinnerungskultureller Praxen im Vordergrund, welche sich aufgrund des zunehmenden zeitlichen Abstand zu den NS-Verbrechen und dem damit einhergehendem gesellschaftlichen Wandel mit neuen Herausforderungen konfrontiert sehen. Im Sinne einer kritischen Erinnerungskultur wurde das bildungskulturelle Konzepte des Projektes vor dem Hintergrund aktueller Spannungsfelder auf Ambivalenzen und mögliche Problemlagen analysiert. Hierbei war insbesondere der Vortrag von Moshe Zuckermann hilfreich, dessen Zusage aufgrund seiner immensen Expertise einen besonderen Gewinn für das Seminar darstellte. Zuckermann leistete nicht nur einen Überblick des gesellschaftspolitischen Diskurses nach Auschwitz, sondern stellte dialektisch die wesentlichen Spannungsfelder heraus, mit denen sich Erinnerungskulturen konfrontiert sehen. Zuckermann folgend ist bei der Analyse von kulturellen Methoden innerhalb gedenkstättenpädagogischer Praxis die Reflexion darüber zentral, an wen sich die Konzepte richten, aus welcher Position diese formuliert sind und welche Ziele damit verfolgt werden. Des Weiteren betonte Zuckermann, dass es wichtig sei zu beobachten, in welches Verhältnis das Universale zum Partikularem innerhalb von Bildungskonzepten gesetzt wird, um zu verstehen, mit welchen Intentionen der abstrakte Charakter der Shoah vermittelt wird. Ausgehend von diesen Impulsen formulierten die Studierenden mit Hilfe der Seminarlektüre eigene Fragestellungen, die sich generell an kulturelle Bildungsangebote oder konkret an Silence is no longer here because of us richteten. Ein wesentlicher Bestandteil war hier die Auseinandersetzung mit Beiträgen von Beteiligten des Projekts, wie beispielsweise Matthias Heyl, dem Leiter der pädagogischen Dienste der Gedenkstätte Ravensbrück, oder Dan Wolf, dessen künstlerische Agenda die Grundlage für die kultureller Vermittlungsarbeit innerhalb des Projekts lieferte.

Ausgestattet mit dieser reflexiven Perspektive begann der zweite Tag des Blockseminars, welcher mit einer digitalen Führung über das ehemalige Lagergelände startete. Anschließend nahmen die Studierenden selbst die Teilnehmendenrolle innerhalb eines künstlerischen Workshops von Silence is no longer here because of us ein, von denen sie aus drei verschiedenen Angeboten wählen konnten: Ein Rapworkshop mit der Musikerin Lena Stöhrfaktor, ein Soundworkshop mit dem Soundkünstler Christian W. Find und ein Poertyslamworkshop mit der Künstlerin Aicha Ben Mansour. Aus letzterem entstand auch das folgende Gedicht, welches eine Studierende des Seminars verfasste:



Im Anschluss an die Workshopphase stellten die einzelnen Gruppen ihre Arbeitsprozesse und Ergebnisse dem gesamten Plenum vor, was den Abschluss des zweiten Seminartages markierte und auch in den Reflexionen der Studierenden festgehalten wurde, von denen hier einige Beispiele vorgestellt werden.

In der letzten Seminarsitzung bestand die Herausforderung darin, die beiden vorherigen Teile miteinander zu verbinden und die vorab gesammelten, theoretischen Erkenntnisse auf die Erfahrungen aus der praktischen Worshopphase anzuwenden. Hierbei setzten sich die Studierenden vor allem mit der Rolle von Emotionen sowie Identitätsbezügen innerhalb der Workshops auseinander und gingen der Frage nach, welche Bedeutung die spezifische Geschichte des Ortes für die kulturellen Angebote innerhalb des Projektes einnimmt. Darüber hinaus wurde vor dem Hintergrund einer möglichen „Auratisierung“ (Heyl) und damit verbundener Authentizität über Chancen und Grenzen von digitalen Formaten für Gedenkstättenpädagogik diskutiert. Grundsätzlich positionierten sich die Teilnehmenden des Seminars ambivalent und differenziert gegenüber dem Projekt Silence is no longer here because of us. Einerseits wurde der partizipative Charakter der Workshops hervorgehoben, welcher die Studierenden insbesondere dazu anregte, sich mit den eigenen Bezügen zur NS-Geschichte zu befassen und sich selbst zu reflektieren. Andererseits wurde der Wunsch geäußert, dass die Verbindung zwischen Selbstreflexion und der kritischen Auseinandersetzung mit der Komplexität der lokalen Geschichte noch stärker in den Vordergrund des Projektes gerückt werden sollte. Dies könnte in zukünftigen Formaten von Sound in the Silence, die wie ursprünglich geplant länger und in Präsenz stattfinden, an dem alle Beteiligten unseres Seminars auch in Zukunft großes Interesse formulierten.

Insgesamt wurde durch das durchweg positive Feedback seitens der Studierenden deutlich, wie vielversprechend und impulsgebend Kooperationen mit externen Akteur_innen für das Studium an der Universität Hildesheim sein können. Wir hoffen auch in Zukunft im Rahmen unserer Schwerpunktarbeit mit unseren Partner_innen im Bereich der Gedenkstättenarbeit zusammenzuarbeiten und so den Austausch zwischen universitäre Lehre und pädagogischer Praxis lebendig zu gestalten.

Autor: Aljoscha Napp

Abbildung: Sound in the Silence 2019 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Zur Verfügung gestellt von: Dr. Hildegard Hansche-Stiftung, Fotograf: Carsten Büttner

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Let’s face it, no look is really complete without the right finishes. Not to the best of standards, anyway (just tellin’ it like it is, babe). Upgrading your shoe game. Platforms, stilettos, wedges, mules, boots—stretch those legs next time you head out, then rock sliders, sneakers, and flats when it’s time to chill.