Online-Vortragsreihe “Kindheit, Gewalt und Krieg” wird am 6. November 2026 fortgesetzt  

KINDER ALS AKTEUR*INNEN
VON KRIEG UND FRIEDEN
IN DER ZWEITEN HÄLFTE DES
20. JAHRHUNDERTS

Die Vortragsreihe widmet sich in diesem Semester aktuellen Forschungen zu Kindern als Akteur*innen von Krieg und Frieden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen die Handlungsräume, die sich junge Menschen abhängig von geopolitischen, sozialen, kulturellen und situativen Kontexten erschließen konnten. Einige dokumentierten ihre Erfahrungen und ermöglichten so einen unmittelbaren Einblick in die Realität von Krieg und Gewalt.

Ziel der Vortragsreihe ist es, aufzuzeigen, dass der Blick auf Kinder neue und erkenntnisreiche Perspektiven
auf zentrale historische und gesellschaftspolitische Fragestellungen eröffnet.

Die Vortragsreihe „Kindheit, Gewalt und Krieg“ wird seit Oktober 2025 von Wiebke Hiemesch (Universität Hildesheim und ZeitZentrum Zivil­courage) und Lukas Schretter (Ludwig Boltzmann Institut fur Kriegsfolgenforschung) organisiert. Sie findet online statt und richtet sich an For­schende, Studierende sowie eine interessierte Öffentlichkeit. Die Idee entstand in der Arbeits­gruppe „Kindheit, Gewalt und Krieg“ im Rahmen des Arbeitskreises „Kindheitsgeschichte“, organisiert von Lena Jur, Friederike Kind-Kovács, Julia Reus, Susanne Quitmann und Martina Winkler, im November 2024.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Den Zoom-Zugang zu den jeweiligen Vorträgen finden Sie hier:

  • Zoom-Meeting-ID: 851 1192 1019
  • Kenncode: 213697

06.11.2026, 11:30-13:00 Uhr

Kindheitsgeschichte. Ein Handbuch

Julia Reus / Martina Winkler
LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Münster / Abteilung Geschichte Ostmittel- und Osteuropas, Christian-Albrechts Universität zu Kiel

Die Kindheitsgeschichte boomt: Das einstmals marginalisierte und belächelte Forschungsfeld etabliert sich zunehmend als fester Bestandteil der Geschichtswissenschaft. Als Einführungs- und Nachschlagewerk stellt das Handbuch, herausgegeben von Lena Jur, Friederike Kind-Kovács, Susanne Quitmann, Julia Reus und Martina Winkler, die wichtigsten Forschungsfelder, Themen, Debatten und Kontroversen vor und wendet sich dabei an Wissenschaftler*innen ebenso wie an Studierende. Zwei der Herausgeberinnen stellen das Handbuch vor und laden zum Gespräch ein. Daran anschließend spricht eine*r der Autor*innen des Handbuchs.

Zwischen allen Fronten?
Kindheit und Krieg im Nuklearzeitalter

Mischa Honeck
Fachgebiet Geschichte Großbritanniens und Nordamerikas, Universität Kassel

“I hope the Russians love their children too,” sang der englische Musiker Sting im Jahr 1985 auf dem Höhepunkt des Wettrüstens zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt. Das Lied verband zwei zentrale Universalien des atomaren Zeitalters: die Angst vor dem nuklearen Holocaust und die vermeintlich gemeinsame Sorge um das Wohlergehen der Kinder. Der Vortrag widmet sich dem komplexen und widersprüchlichen Beziehungsgeflecht zwischen Kindheit und (Atom)Krieg nach 1945. Gezeigt wird, wie Kindheit sowohl von Kalten Kriegern als auch von Friedensaktivisten als moralisches Argument für unterschiedliche Gesellschaftsentwürfe in Stellung gebracht wurde. Zugleich beleuchtet der Vortrag die Erlebniswelten von Kindern, die im Schatten der Atombombe aufwuchsen und ihre politischen Identitäten zwischen „Duck und Cover“-Übungen und Sirenentests ausbildeten.

04.12.2026, 11:30-12:30 Uhr

Aufwachsen im Krieg. Perspektiven
junger Protagonist*innen in der Kinder-
und Jugendliteratur der Gegenwart

Jana Mikota
Germanistisches Seminar, Universität Siegen

Die Darstellung von Krieg und seinen Folgen gehört seit jeher
zu den Themen der Kinder- und Jugendliteratur. Während frühe
Texte – insbesondere im Kontext des Ersten Weltkriegs – häufig
von patriotischen und kriegsbejahenden Haltungen geprägt waren, dominiert in der Gegenwartsliteratur eine pazifistische Perspektive, die Krieg als existenzielle Bedrohung für das Leben und Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen inszeniert.
Der Vortrag widmet sich ausgewählten Romanen der Kinder- und Jugendliteratur, die gegenwärtige Kriege und Konflikte – unter anderem im ehemaligen Jugoslawien, in Syrien und Afghanistan – thematisieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie heranwachsende Figuren den Krieg erleben und mit welchen erzählerischen Strategien ihre Erfahrungen von Gewalt, Verlust, Flucht und Unsicherheit literarisch vermittelt werden.

15.01.2027, 11:30-12:30 Uhr

Wenn Kinder Atomkrieg spielen.
Zur Konstruktion und Wirkmacht
von Kindheit im Kalten Krieg

Joachim Brenner
Historisches Seminar, Universität Heidelberg

In Kontrast zu zwei Weltkriegen erscheint die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Europa als eine Ära des Friedens. Wirklich fern war der Krieg jedoch nie. Nicht nur prägten die unmittelbaren Kriegsfolgen Kindheit nach 1945, bipolare Weltordnung und „Kalter Krieg“ lieferten das Hintergrundrauschen zum Aufwachsen mehrerer Generationen.
Das Szenario eines erneuten – mutmaßlich nuklear geführten – Krieges fand Einzug in kindliche Alltags- und Lebenswelten und beeinflusste gesellschaftliche Debatten über Kindheit und Zukunft. Der Vortrag skizziert, wie Atomkrieg und nukleare Bedrohung in Kinder- und Jugendmedien imaginiert und zensiert wurden, wie Kindheit als politische Ressource fungierte und dabei Kindern – etwa im Kontext der Friedensbewegung – selbst Akteursstatus zukam.

29.01.2027, 11:30-12:30 Uhr

Kriegskinder in der
internationalen Entwicklungspolitik

Jonas Klein
Historisches Institut, Universität Potsdam

Die „Zeitenwende“ seit 2022 gibt der disparaten Zeitgeschichte der Entwicklungspolitik neue Impulse und unterstreicht deren umstrittene Verschränkung mit Außen- und Sicherheitspolitik. Dort setzt dieser Beitrag an und rückt Kinder und Jugendliche in Konfliktregionen und Friedensprozessen im Globalen Süden in den Fokus. Dieser zeithistorisch wenig beachtete Sektor der Entwicklungszusammenarbeit ist für das prägende Spannungsfeld von Entwicklungspolitik als Organisationsform nachhaltiger Prozesse zwischen widerstreitenden Zielen und begrenzten Steuerungsmöglichkeiten besonders aussagekräftig. Im Geflecht der o. a. Politikfelder markieren Krisenprävention und Konfliktbearbeitung, interkulturelle Herausforderungen und völkerrechtliche Souveränitätsansprüche Pole dieses Spannungsfelds.

12.02.2027, 11:30-12:30 Uhr

Museum of Survivors:
Gemeinsame und unterschiedliche
Erfahrungen junger Menschen
von Krieg und Flucht sichtbar machen

Irena Klissenbauer / Daniele Karasz
Museum of Survivors

Im Zentrum des „Museum of Survivors“ stehen die individuellen Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen, die in unterschiedlichen historischen und geografischen Kontexten Krieg und Flucht erfahren mussten und heute in Österreich leben. Das Museum macht ihre Perspektiven sichtbar und lädt Besucher*innen zur partizipativen Auseinandersetzung ein. Ergänzend fördern Schulworkshops die Reflexion über Frieden, Demokratie und gesellschaftliche Verantwortung. Nach dem Launch des Online-Museums und der ersten analogen Ausstellung im Jahr 2025 befindet sich das Projekt in kontinuierlicher Weiterentwicklung: Der Vortrag stellt die Entstehung, das kuratorische Konzept sowie die bisherigen Erfahrungen vor.

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Let’s face it, no look is really complete without the right finishes. Not to the best of standards, anyway (just tellin’ it like it is, babe). Upgrading your shoe game. Platforms, stilettos, wedges, mules, boots—stretch those legs next time you head out, then rock sliders, sneakers, and flats when it’s time to chill.