Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und der Dokumentations- und Lernort Bückeberg laden Sie herzlich zur Teilnahme an unserer Tagung „Die NS-Gesellschaft als ‚Volksgemeinschaft‘? Inszenierungen, soziale Praxis und Handlungsspielräume“ ein, die wir in Kooperation mit dem Institut für Didaktik der Demokratie der Leibniz Universität Hannover veranstalten. Die Tagung findet vom 18. bis 20. Juni im Zedita in Hameln statt.
Über die Tagung
Die Tagung richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen niedersächsischer Gedenkstätten und Erinnerungsorte sowie Geschichtsinitiativen, Forscher*innen, Studierende und Schüler*innen aus Niedersachsen.
Sie untersucht die NS-Gesellschaft und beleuchtet Prozesse, die hinter dem ideologisch aufgeladenen Begriff der „Volksgemeinschaft“ standen. Obwohl dieser Begriff selbst unscharf blieb, wurde er als Utopie einer idealen Gesellschaft propagiert. Das NS-Regime versuchte, diese Utopie durch die propagandistische und gewaltförmige Einbindung aller Gesellschaftsgruppen, durch die Gleichschaltung der Medien sowie durch politische und wirtschaftliche Maßnahmen umzusetzen. Zugleich führte dies zu einer sich stetig radikalisierenden Ausgrenzung all jener, die nicht zur imaginierten Gemeinschaft gehörten.
In ganz Deutschland und nicht zuletzt im Gebiet des heutigen Niedersachsen entstanden zahlreiche Räume oder Schauplätze der propagandistischen Inszenierung der „Volksgemeinschaft“. Bestehende historische Orte und regionale Narrative wurden ideologisch überformt. Anhand konkreter Beispiele werden auf der Tagung propagandistische Inszenierungen des NS-Regimes dekonstruiert und das Spektrum möglicher Verhaltensweisen der lokalen Bevölkerung zwischen Zustimmung, Mitmachen, Distanzierung und Verweigerung aufgezeigt. Dadurch werden Handlungsspielräume von Individuen und Gruppen, von Einrichtungen und Organisationen sichtbar, die den Alltag im nationalsozialistischen Deutschland prägten.
Das Themenfeld war in den vergangenen zwei Jahrzehnten Gegenstand intensiver Forschung. Die Tagung nimmt die mit dem Begriff der „Volksgemeinschaft“ verbundenen Debatten in der Rückschau einordnen und zum Anlass, eine kritische Bestandsaufnahme neuerer Forschung zur Gesellschaftsgeschichte des Nationalsozialismus vorzunehmen. Daraus werden zugleich Perspektiven für die historisch-politische Bildung entwickelt. Das Tagungsprogramm umfasst Vorträge, Workshops, eine Podiumsdiskussion und Exkursionen.
Information für Studierende: Bei Interesse an einzelnen Vorträgen und Workshops an der Tagung kann sich gerne noch bei Aljoscha Napp per Mail angemeldet werden. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Tagungsort: zedita, Bahnhofsplatz 19, 31785 Hameln
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