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Aktuelles Seminarbeiträge

Studierendenarbeiten aus dem Seminar „Orte der Erinnerung“ im Sommersemester 2020

Das regelmäßig stattfindende Seminar Orte der Erinnerung von Tatjana Freytag beschäftigt sich mit verschiedenen Erinnerungsorten, die sich in Hildesheim und der Region Hannover mit den nationalsozialistischen Verbrechen und deren Opfern auseinandersetzen. Kollektive Erinnerung, die durch Orte eine Materialisierung erfährt, und Erinnerungsorte, unterliegen einem steten Wandel. Sie haben Vergangenes zum Inhalt, werden gleichwohl in der Gegenwart rezipiert, wobei sie zumeist auf die Zukunft ausgerichtet sind. Hiermit verbunden sind erziehungswissenschaftliche Fragestellungen nach der aktuellen Bedeutung kollektiver Erinnerungsorte und deren (Un-) Sichtbarkeit in gesellschaftlichen Debatten. Darüber hinaus wird der Stellenwert der Erinnerungsorte für eine bildungspolitische Auseinandersetzung diskutiert und der Frage nachgegangen, inwiefern in diesem Zusammenhang von „authentischen Orten“ (Haug) gesprochen werden kann. Im Seminar erstellten die Studierenden jeweils zu verschiedenen Orten auf unterschiedliche Weise ihre Arbeiten, von denen nachstehend drei Beiträge beispielhaft vorgestellt werden.

Ester Maria Fricke: Der Ballhof Hannover – Ein Ort der Erinnerung

Die Präsentation von Frau Fricke widmet sich dem Ballhof, welcher sich unmittelbar in der Altstadt von Hannover befindet. Der Beitrag verdeutlicht, wie wenig präsent und rekonstruierbar die nationalsozialistische Geschichte der Gebäudenutzung heutzutage ist und fragt danach, was benötigt wird, damit aus dem vorherrschenden Nicht-Erinnern ein kritisches Erinnern werden kann.

Die Präsentation kann hier heruntergeladen werden:

https://sync.academiccloud.de/index.php/s/bZy17PJD33iwnCw

Anna-Lena Spörhase und Laura Wohnlich: Denkmal für die Synagoge am Lappenberg/ Hildesheim

In ihrer Podcastepisode stellen Frau Spörhase und Frau Wohnlich das Denkmal für die ehemalige Synagoge am Lappenberg in Hildesheim vor. Während des Gesprächs diskutieren die Studierenden, neben der Sichtbarkeit des Ortes in Hildesheims Innenstadt, auch die verschiedenen Bedeutungsebenen, welche mit dem Denkmal in der Gegenwart verbunden sind.

Ekub · Anna-Lena Spörhase und Laura Wohnlich: Denkmal für die Synagoge am Lappenberg/ Hildesheim

Lea Barton, Frederike Bergmann und Carina-M Hahn: Der Maschsee Hannover als Ort der Erinnerung

In dem vorliegenden Video beschäftigen sich die Studierenden mit der Geschichte des Maschsees bzw. seiner Verbindung zum Nationalsozialismus. Hierbei ist vor allem die Kontextualsierung interessant, welche die Entstehung des Ortes mit den Themen Zwangsarbeit, Bücherverbrennung und den dazugehörigen Gedenkveranstaltungen in Verbindung bringt. Neben der Auseinandersetzung mit dem Maschsee selbst, wird auch die nähere Umgebung in den Blick genommen, welche auch zum aktuellen Zeitpunkt Spuren des Nationalsozialismus aufweist, die jedoch in der aktuellen Nutzung unsichtbar bleiben.

Beitragsfoto: Axel Hindemith (2007): Ballhofplatz

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Kompaktseminar | Exkursion „Silence is no longer here because of us“ vom 06.-15.10.21

Vom 06.10. bis zum 15.10.2021 findet die diesjährige Veranstaltung Sound in the Silence / Silence is no longer here because of us als digitales Kompaktseminar und Exkursion per Zoom statt. Zusammen mit anderen kooperierenden Hochschulen, haben wir die Möglichkeit mit 15 Studierenden teilzunehmen. Wenn der reguläre Anmeldezeitraum für das Wintersemester 21/22 im LSF beginnt, können sich interessierte Studierende hierfür im LSF anmelden, um daran teilzunehmen. Bei dem Projekt steht die Gestaltung beziehungsweise die aktive Teilhabe an neuen Formaten zur kulturellen Bildung innerhalb erinnerungskultureller Praxen im Vordergrund, weitere Informationen zu Sound in the Silence finden Sie hier finden oder in einem unserer anderen Beiträge hier auf der Homepage.

Eine andere Form der Partizipation wäre, das Projekt wissenschaftlich in Form von Abschlussarbeiten zu begleiten. Dies würde bedeuten, dass Sie mit uns im Vorfeld der Veranstaltung über Ihren Forschungsfokus sprechen und wir Sie bei der Auswahl möglicher Methoden zur Prozessbeobachtung- bzw. begleitung beraten. Sie wären dann keine Teilnehmende des Seminars, bekämen aber die Möglichkeit, während der Exkursion mit den Teilnehmenden und den Verantwortlichen (Künstler*innen, Projektleiter*innen, Überlebenden) für Ihre Vorhaben in Kontakt zu treten.

In beiden Fällen würden wir Sie bitten, sich bei Interesse bei uns zu melden, sodass wir rechtzeitig den Ablauf planen können.

Ansprechpersonen: Tatjana Freytag, Aljoscha Napp

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Ravensbrücker Kolloquium zum Thema „Emotionen in der Gedenkstättenarbeit“

Das  Ravensbrücker Kolloquium zum Thema „Emotionen in der Gedenkstättenarbeit“ findet am Mittwoch, den 16. Juni 2021, von 9 bis 12:30 Uhr, auf Zoom statt. Dieses Kolloquium steht im Zusammenhang mit dem Projekt „Silence is no longer here because of us“.
Auf dem Programm steht die Vorstellung und Diskussion zweier Masterarbeiten:

  • Jonas Ludwig Bartholomé:
    Der Zusammenhang von Emotionen und Indoktrination im Historischen Lernen. (Greifswald 2021)
  • Rosa Zylka:
    Kunst als emotionale Praxis und Bestandteil historisch-politischer Bildung an KZ-Gedenkstätten. Eine Evaluation des Erinnerungprojekts „‚Ravensbrücker Generationenforum‘ meets ‚Sound in the Silence'“ an der Mahn-und Gedenkstätte Ravensbrück. (Frankfurt/O. 2021)

Moderation: Ljiljana Heise und Matthias Heyl

Anmeldung und weitere Informationen hier oder unter ekub@uni-hildesheim.de.

Ravensbrücker Kolloquium zum Thema „Emotionen in der Gedenkstättenarbeit“

 Mittwoch, den 16. Juni 2021, von 9 bis 12:30 Uhr, Ort: Zoom. Anmeldung und weitere Informationen hier oder unter ekub@uni-hildesheim.de.

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Aktuelles Seminarbeiträge

Seminarreflexionen von Studierenden aus dem Seminar Methoden kultureller Bildung aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive im Wintersemester 20/21

Innerhalb des Seminars vonTatjana Freytag und Aljoscha Napp (Einen kompletten Seminarbericht finden Sie hier) nahmen die Studierenden an den künstlerischen Workshops des Projektes Sound in the silence teil und diskutierten im Anschluss die Angebote des Programms aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive. Ausgehend von dieser Erfahrung entstanden Reflexionen, die sich auf kreative Weise mit den Inhalten des Seminars auseinandersetzen und von denen zwei im Folgenden exemplarisch vorgestellt werden.

Kira Hildebrandt und Katharina Rosen: Reflexionsgespräch über das Seminar und über die Workshops Poetry Slam mit Aisha Ben Mansour und Sound mit Christian W. Find

In Ihrem Gespräch reflektieren Kira Hildebrandt und Katharina Rosen zunächst grundlegend über die gesamte Veranstaltung und den Zusammenhang zwischen gemeinsamer Seminarlektüre, dem Vortrag Moshe Zuckermanns und den Erfahrungen aus den verschiedenen Onlineworkshops des Projekts. Hierbei wird vor allem die Frage nach Authentizität, einer möglichen Auratisierung (Heyl) und des Stellenwertes des Ortes selbst für kulturelle Bildungsangebote von den beiden Studierenden diskutiert.

Jana Köhler: Reflexion des Rapworkshops mit Lena Stöhrfaktor

Jana Köhler reflektiert Ihre Teilnahme am Rapworkshop mit der Rapperin Lena Stöhrfaktor auf zwei Ebenen: Zunächst diskutiert Sie Ihre vorherrschende Skepsis aus erinnerungskultureller Perspektive, die sich vor allem auf mögliche Vereinnahmungen des Ortes durch kulturelle Bildungsformate bezieht. Darüber hinaus findet sich in der Reflexion auch der von Köhler selbstgeschriebene Text ihres Rapsongs, im dem Sie versucht die eigene Positionierung in Verbindung mit dem historischen Ort Ravensbrück zu bringen. Ein erster Auszug findet sich unten, die komplette Version können Sie hier als PDF-Datei herunterladen:

Ich bin ambivalent.

Darf ich denken, was ich denke oder fühlen, was ich fühle?

Es kostet so viel Mühe, weil ich diesen Ort nicht kenn‘.

 Niemals war, niemals wieder – nie vergessen.

Die Sonne scheint und der Himmel ist so weit,

doch ich seh‘ kaum Platz für all‘ diese Geschichten von dem Leid.

Gras wächst über ein Grab, in dem die Tränen niemals trocknen.

In dem noch ´nen Schicksal vom Sterben und vom Zwang bedroht ist vom Vergessen.

Als wäre nichts passiert, als hätte niemand was gehört – als hätte niemals eine Mutter hier ihr Kind verlor‘n.

Und niemand auserkor‘n den langen Weg zu gehen und sich selbst und ander‘n Frauen hier beim Sterben zu zusehen.